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Und ewig lockt der Berg

10. Juni 2009

Endlich hab ich es geschafft und bin auf den Tsukuba-san geklettert. Nachdem die letzten Anläufe aufgrund schlechten Wetters, Unlust oder eines kleinen Fahrradunfalls gescheitert sind, war die Gelegenheit letzten Sonntag günstig. Da ich für mein Vorhaben, die Strecke bis zum Start des Wanderwegs mit dem Fahhrad zurückzulegen, keinen begeistern konnte, hab ich mich eben allein auf den Weg gemacht. Immerhin sind es fast 20 Kilometer bis zum Berg und dann kommt noch die Wanderung selbst dazu. Ein gutes Programm, mit dem man einen ganzen Tag zubringen kann.

Nachdem es mir diesmal gelungen ist, den richtigen Weg zum Berg zu nehmen, der mich entlang eines sehr steilen Anstiegs geführt hat und ich schließlich in dem ziemlich stark besuchten Örtchen, das sich ungefähr auf halber Strecke zum Gipfel befindet,  angekommen bin, hab ich mich am Schrein erst mal eine kleine Weile ausgeruht und mich über die verschiedenen Möglichkeiten der Bergbesteigung informiert. Da der Tsukuba-san zwei Spitzen hat, eine männliche und die höhere weibliche, standen mehrere Optionen zur Wahl.

Der weibliche Berg schien mir verlockender, also hab ich mich für den direkten Weg dahin entschieden. Über Stock und Stein ging es vielleicht eine Stunde oder länger nach oben. Als ich nach einsamer Stille plötzlich enormes Getöse höre, merke ich, dass ich den Abzweig verpasst habe, der mich zum Gipfel geführt hätte. Es war aber auch weit und breit kein Schild zu sehen. Stattdessen bin ich an der Seilbahnstation angekommen, wo gerade einige Leute versuchten, sich gegenseitig mit den Geräuschpegeln ihrer Motorräder zu übertrumpfen.

Dafür kam ich allerdings in den Genuss eines riesigen Frosches, der am Hang über dem Parkplatz thront (siehe Foto) und wohl eine Art Wächter des Berges sein soll. Zumindest ist das meine Interpretation, denn Genaueres konnte bzw. wollte ich über das grüne (ähm, braune) Ungetüm nicht herausfinden. Also ohne Umschweife nun wirklich zum Gipfel und der Weg wurde steiler und steiniger. Es hat mich sehr gewundert, dass so wenige Schilder auf die Gefährlichkeit des Aufstiegs hingewiesen haben, da doch sonst ständig betont wird, wenn etwas gefährlich ist in Japan. Die Natur hat in diesem Land wohl einen Bonus gegenüber den von Menschenhand geschaffenen Gefahren.

War der Weg noch einigermaßen mit Stille gesegnet, trotz zunehmender Anzahl an Wanderern seit der Seilbahnstation, tummelten sich am Gipfel des Berges schon Hinz und Kunz, die sich nach oben hatten chauffieren lassen. Es war erstaunlich schwierig, einen freien Platz zu finden, von dem aus ich die Aussicht genießen konnte. Gelohnt hat sich der Aufstieg aber allemal, auch wenn ich bis auf die Unterhose durchgeschwitz war.  Auf dem Weg zum zweiten Gipfel ging es vorbei an mehreren hässlichen Baracken, in denen aller erdenklicher Tand angeboten wurde und die mich an die Buden erinnert haben, auf die man trifft, nachdem man die tschechische Grenze passiert hat. Wenigstens gab es dort eine Toilette, in der ich mich umziehen konnte, um meine Wanderung erfrischt fortsetzen zu können.

Der Rest ist schnell erzählt. Der männliche Gipfel war deutlich unspektakulärer, den einstündigen Naturlehrpfad hab ich mir gespart und es ging eine Stunde lang bergab auf einem extrem glitschigen und gefährlichen Pfad. Es wäre wohl besser gewesen, den in die andere Richtung zu gehen, dachte ich mir während mehrerer kleiner Rutschpartien. Aber ich bin wohlbehalten unten angekommen und hab nach der insgesamt dreistündigen Wanderung auch noch den Rückweg mit dem Fahrrad geschafft. Für diese Woche war das wohl erst mal genug Bewegung.

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3 Kommentare leave one →
  1. 70mmy permalink
    10. Juni 2009 19:30

    Fahrradunfall? Davon erfahren wir mal wieder nichts. 🙂 *Verschwörungstheorie*
    Aber wirklich schöne Bergbilder…

    • kusayama permalink*
      11. Juni 2009 05:21

      War nicht weiter schlimm, nur ein Sturz ohne Fremdeinwirkung. Aber danach hatte ich erst mal keine Lust mehr, irgendwo hinzufahren.

  2. 70mmy permalink
    18. Juni 2009 16:33

    Aber wie du sehen kannst, steppt auch in Chemnitz der Bär… 🙂

    http://www.foodoos.de/version4/showpicture.php?id=316673&page=0&month=6&year=2009&R=-1

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