Skip to content

Spielen auf Japanisch.

1. Mai 2009

Schon wieder eine Woche vergangen! Die letzten Tage waren nicht sonderlich ereignisreich, aber dennoch ganz interessant. Am Sonntag gab es wieder einmal den ganzen Tag Musik von den studentischen Bands zu hören. Da diese vornehmlich Rock gespielt haben, habe ich gern die sechs Stunden am malerischen Matsumi-See verbracht, vor dem die Gruppen aufgetreten sind. Am Mittwoch war Feiertag, da an diesem Tag der frühere Kaiser Hirohito Geburtstag hatte. Ich habe den Tag zum Ausspannen genutzt, da ich mich im Moment auf Japanisch konzentrieren möchte. Außerdem hab ich ja ab Juli noch genug Zeit zu verreisen und die wirklich interessanten Dinge anzuschauen, für die ich mein begrenztes Budget schonen möchte.

Aber man kann auch vor Ort ein bisschen was erleben. Vor allem, was den kulturellen Austausch zwischen Japanern und Deutschen angeht. Am Mittwoch hab ich den Musik-Club besucht und dort zwar nicht Musik gemacht, aber es gab ein Barbecue mit reichlich Bier und anderen Alkoholika. Jeder Schluck Alkohol ist hier eine besondere Freude, da ich mir selbst fast nie welchen kaufe.

Jedenfalls habe ich an diesem Abend viele Japaner kennengelernt und war froh, mal wieder ohne andere ausländische Studenten unterwegs zu sein. So kann man sehr gut an seinem Japanisch arbeiten. Neben einigen Versuchen seitens der Japaner, mir den Dialekt der Kansai-Region nahezubringen, habe ich auch einige japanische Spiele kennengelernt, die man ohne Aufwand bei jeder Gelegenheit spielen kann.

Das eine nennt sich shiritori (しりとり) und ist ein Wortspiel. Dabei sagt einer ein Wort und der nächste Spieler muss mit der letzten Silbe dieses Wortes ein neues bilden. Verlierer ist, wer ein Wort sagt, dass mit ん endet, da es kein japanisches Wort gibt, das mit dieser Silbe beginnt. Hier ein Beispiel: sakura (さくら)-> rajio (ラジオ)-> onigiri (おにぎり)-> risu (りす)-> sumou (すもう) -> udon (うどん). So simpel das Spiel auch sein mag, es macht unheimlich viel Spaß und ist gut zum Vokabellernen.

Das andere nennt sich isse-no (いっせーの) und wird mit den Daumen gespielt. Dabei hält jeder Mitspieler seine Hände zur Faust geballt vor sich. Die Daumen liegen obenauf. Der erste Spieler ruft isseno und hängt eine Zahl an, die zwischen Null und der Anzahl der im Spiel befindlichen Daumen liegt. Bei vier Spielern wäre die höchste Zahl also Acht. Daraufhin heben die Mitspieler soviele ihrer Daumen, wie sie möchten. Es geht darum, vorauszusehen, wieviele Daumen insgesamt gehoben werden. Wenn die genannte Zahl mit dieser Anzahl übereinstimmt, darf der Ausrufende eine Hand aus dem Spiel nehmen. Gewonnen hat, wer als erster beide Hände aus dem Spiel hat. Auch sehr lustig, besonders wenn man nur noch zu zweit ist und man versucht, sich gegenseitig auszutricksen.

Bei fast jedem, den ich kennengelernt habe, musste ich erst mal ein Standardset an Fragen beantworten. Dazu gehören: Magst du japanisches Essen? Kannst du rohen Fisch/Natto essen? Wann bist du nach Japan gekommen? Aber mit den Leuten des Musikclubs konnte ich mich davon abgesehen auch sehr gut über Musik unterhalten, die doch ein sehr internationales Thema ist, auf Filme trifft dies ebenfalls zu. Auch meine Vergangenheit als begeisterter SNES-Spieler bot reichlich Gesprächsstoff. Am Ende war es dann ein sehr langer und feuchtfröhlicher Abend, an dem ich gemerkt habe, wie Sprachelernen am meisten Spaß macht. Deshalb hatte ich am nächsten Tag nicht soviel Lust auf den trockenen Unterricht, wobei dieser auch sehr gut ist, nur sieht man dabei manchmal nicht, warum man das Ganze überhaupt macht. Aber jetzt ist erst mal Wochenende und von Montag bis Mittwoch frei, denn es ist Golden Week (ゴールデンウィーク). Jippieh!

Advertisements
2 Kommentare leave one →
  1. 70mmy permalink
    2. Mai 2009 14:48

    Was haben denn die Bilder mit dem Text zu tun? Bist du auf ein verschollenes Arno-Breker-Atelier gestoßen? 🙂

    • kusayama permalink*
      3. Mai 2009 05:20

      Tsukuba ist doch auch als Klein-Germania bekannt. Wusstest du das nicht?

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: