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Backstreet Boys

27. September 2009

Wie schon im letzten Bericht erwähnt, haben wir in Tokyo ein bisschen Straßenkunst fotografiert. Wir sind durch Shinjuku, Harajuku und Shibuya gezogen und haben neben ein paar Graffiti vor allem Sticker entdeckt, die sich in allen möglichen Winkeln und Ecken dieser Stadt verstecken. Besonders beliebt sind die Spalten zwischen den Häusern, wo die Aufkleber nicht sofort auffallen, aber gute Chancen haben, eine Weile kleben zu bleiben. Jedenfalls hat es eine Menge Spaß gemacht, da wir mit der Zeit immer interessantere Ecken entdeckt und ganz nebenbei auch noch was von der Stadt gesehen haben. Eine etwas andere Art von Sightseeing eben.

Zurück zum Ursprung

24. September 2009

Da bin ich wieder. In Tsukuba. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Und einem drückenden Gefühl in der Magengegend, aufgrund der Tatsache, nächste Woche wieder nach Deutschland zurück zu müssen. Das Leben hier gefällt mir doch besser als erwartet. Vor allem die Möglichkeit, für wenig Geld gut zu leben, begeistert mich sehr. In anderen Ländern geht das zwar besser, aber es ist die Herausforderung hier, die mich reizt.

Nun bin ich noch eine Woche in Tsukuba, aber ich fühle mich nach einem Tag schon wieder rastlos und würde am liebsten gleich wieder losziehen. Es kommt wirklich nicht darauf an, irgendwo anzukommen. Das Reisen an sich bringt den meisten Spass. Der Weg ist das Ziel, wie man so schön sagt. Deshalb fällt es mir auch schwer, einen Höhepunkt meiner Reise festzumachen. Das Gesamterlebnis ist von Bedeutung. Jedoch muss ich sagen, dass mir die ländlichen Gegenden deutlich besser gefallen haben. Die puren Naturlerlebnisse wie Wanderungen noch besser. Städte verschlingen einfach zu viel Geld und sind auch nicht wirklich hübsch anzusehen. Trotzdem kann man ab und zu das alte Japan durchschimmern sehen, aber in den Dörfern ist die Vergangenheit deutlich präsenter. Kleine Schreine an allen Ecken und Enden. Süße kleine Häuschen. Und Menschen, die gern bereit sind, etwas von ihrer Zeit für einen zu opfern. Stadtmenschen können in dieser Disziplin leider meistens nicht punkten.

Und die letzten Tage habe ich fast nur in Städten zugebracht. Angefangen bei Kyoto, was aber ein sehr angenehmer und überschaubarer Ort ist. Weiter nach Osaka, wo die unendlich verschiedenen Formen der Häuser eine große Faszination auf mich ausgeübt haben. Wer das nachvollziehen möchte, kann sich ja Blade Runner anschauen, der davon inspiriert wurde. Dann durch die alte Hauptstadt Nara und zurück nach Kyoto.

Danach endlich wieder ein Naturerlebnis in der Provinz. Wasserfälle, Berge, ein bizarrer Abenteuerspielplatz im Wald mit Affen, wo wir gezeltet haben. Und letzten Endes wieder in den Moloch Tokyo. Direkt nach Shinjuku, Kabukicho, das wahrscheinlich lauteste Viertel Tokyos, zumindest am Abend. Obwohl Shibuya dem eigentlich in nichts nachsteht. Aber diesmal den ganzen Schnickschnack ignoriert, die Architektur bewundert und Street Art fotografiert. Das macht Spaß und man entdeckt ganz beiläufig sehr interessante Ecken. Außerdem ein Konzert von Melt Banana besucht. Da waren zwar noch andere Bands, aber nicht erwähnenswert. Gerade die beste Band des Abends ist in Japan nicht populär, vielleicht weil sie nicht wie alle anderen so einen widerwärtigen, verweichlichten Gesang auffährt… Alles in allem, Tokyo fetzt, aber frisst einem unglaublich schnell das Geld weg. Deshalb zurück nach Tsukuba.

My way on the highway

11. September 2009

Bin in Kyoto angekommen und hab eine sehr interessante Woche hinter mir, seit ich Tokyo verlassen habe. Aber der Reihe nach. Letzte Woche sind wir nach Tokyo zurückgekehrt, da meine Reisegefährtin nach Taiwan geflogen ist. Ich bin daraufhin mit dem Zug in einen nahegelegenen Nationalpark gefahren und hab dort eine zweitägige Wanderung über den Kumotori-san (2017m) gemacht und dabei eine Nacht in einer Hütte auf dem Gipfel (ganz allein) verbracht. Ein krasser Kontrast zum Trubel in der großen Stadt, obwohl ich Tokyo diesmal als extrem leise empfand (was wohl an dem Viertel gelegen haben muss), jedoch als enorm teuer. Ich vermisse schmerzlich den guten SeicoMart, den es leider nur in Hokkaido gibt. Hmmm, gibt es da leckeres Brot…

Jedenfalls hab ich danach meine Hitchhiking-Tour fortgesetzt, wobei ich die meiste Zeit in Parks übernachtet habe, da die Zeltplätze in dieser Gegend ungemein teuer sind. Aber ich wurde auch wieder mal nach Hause eingeladen und habe unzählige Male Essen und Getränke spendiert bekommen. Insgesamt bin ich in der letzten Woche in 15 verschiedenen Autos mitgefahren und hab sehr nette Leute kennengelernt.  Wahrscheinlich war heute mein letzter Tramping-Tag und es wird Zeit, Bilanz zu ziehen. Ich fang mal an, die Autos zu zählen und vielleicht wieder eine Karte mit meiner Route zu erstellen. Würde mich selbst mal interessieren, wieviele Kilometer ich für lau zurückgelegt habe. Nächste Woche kommt Besuch aus Deutschland (nur noch ein paar Tage, Martin!) und wir werden wohl die gute alte Eisenbahn bzw. den Bus benutzen.

Hokkaido Internet Blues

22. August 2009

Wie immer bleibt beim Reisen leider zu wenig Zeit, ausfuehrliche Texte hier reinzustellen und Internet findet man auch nicht immer, obwohl man das von Japan vielleicht erwarten wuerde. Also nur ein kurzes Update und ein paar Fotos.

Mir geht es gut, bin immer noch in Hokkaido und seit 2 Wochen reise ich nicht mehr allein. Bald ist die Insel umrundet und es wird wieder Richtung Sueden gehen, schliesslich will ich in 3 Wochen in Kyoto sein. Baeren bin ich bis auf ein paar ausgestopften Exemplaren noch nicht begegnet,  dafuer aber einer ganzen Reihe anderem Getier, allen voran natuerlich Moskitos. Einige Wanderungen wurden auch gemacht, obwohl wieder mal wegen angeblicher Gefaehrlichkeit vieles gesperrt war. Man bekommt den Eindruck, dass hier in Japan mangels wirklicher Gefahren alles etwas uebertrieben wird. Naja, kann man nichts machen. Jetzt muss ich leider schon wieder los zu einem Campingtrip mit einem ueberaus freundlichen Japaner, in dessen Haus wir die letzte Nacht verbringen durften, was nach 2 Wochen Zeltleben eine willkommene Abwechslung war. Dann hoffe ich mal, dass es nicht wieder mehrere Wochen dauert, bis ich das Internet fuer laengere Zeit nutzen und einen ausfuehrlicheren Text reinstellen kann.

29. Juli 2009

Bin grad über Internet gestolpert in einer Touristeninfo und dachte mir, ich schreib mal kurz, dass ich seit Sonntag in Hokkaido bin. Die letzten Tage waren allerdings komplett verregnet und ich hab die meiste Zeit im Zelt verbracht. Berge besteigen kann man im Moment auch nur schwer, da sie entweder aufgrund vulkanischer Aktivitäten gesperrt  oder komplett wolkenverhangen sind. Das Wetter scheint aber besser zu werden und ich hoffe, in den nächsten Tagen ein paar Touren unternehmen zu können. Ein Trip nach Sapporo ist vielleicht auch drin.

Kingdom of the Spiders…

23. Juli 2009

ist nicht nur der Titel eines tollen kleinen Spinnenhorrorfilms  mit William `Captain Kirk` Shatner aus dem Jahre 1977, sondern auch eine treffende Bezeichnung für die Wanderwege, die ich in der letzten Woche entlang der Ostküste der Iwate-Präfektur gegangen bin. Unzählige Male bin ich in die Netze dieser Krabbeltiere gelaufen, oftmals mit dem Gesicht zuerst, da sie einfach nicht zu erkennen waren. Wenigstens gibt es hier keine gefährlichen Spinnen, aber geflucht hab ich trotzdem bei jeder Begegnung der klebrigen Art. Aber auch wenn der Weg noch so anstrengend und mit Achtbeinern übersät war, hat die spektakuläre Landschaft der Rikuchu-Küste für alles entschädigt. Übrigens führte meine erste Wanderung gleich durch Bärenland und da ich erst in Hokkaido mit diesen Tieren gerechnet habe, hatte ich natürlich noch kein Bärenabwehrglöckchen dabei und hab den ganzen Weg gepfiffen, gesungen, erzählt, geschrien, zehn Kilometer lang.

Insgesamt hab ich wohl mehr als 60 Kilometer zu Fuß zurückgelegt, gestern allein 20. Die Nächte hab ich zumeist im Zelt verbracht, wobei ich den Zeltplatz fast immer für mich allein hatte und er wenig oder nichts gekostet hat. Somit beschränken sich meine Ausgaben im Moment fast auf das Essen, aber davon brauch ich bei der Anstrengung jede Menge. In den letzten Tagen bin ich viel per Anhalter gefahren und je länger ich das mache, desto mehr Spaß bringt es. Heute war der Tag der alten Männer, da ich mit drei betagteren Herren mitgefahren bin. Deren Japanisch zu verstehen, bereitete mir enorme Schwierigkeiten, aber sie verstehen, wenn ich etwas sage. Somit kann ich zumindest klar machen, wo ich hin will. Ab und zu spreche ich auch einfach Leute auf der Straße an. Wenn sie erst mal merken, dass man die Sprache halbwegs beherrscht, sind sie meist sofort bereit, einem zu helfen. Heute hab ich dadurch ein Mittagessen (Tako-yaki, Tintenfischbällchen) und einen Trip durch die Stadt mit einem Surfer bekommen.

Seit längerem bin ich wieder mal in einer größeren Stadt, in der es auch Internet gibt. Ich freue mich über die Abwechslung, denn eigentlich mag ich das Stadtleben (ich vermisse Berlin etwas), aber die Stadt, in der ich jetzt bin (Hachinohe, in der Aomori-Präfektur im Norden Honshus) reicht mir wohl nach einem Tag. Es folgt nun der nordöstliche Zipfel der Hauptinsel und danach werde ich nach Hokkaido übersetzen.

P.S. Ich merke gerade, dass ein Eintrag pro Woche viel zu wenig ist für das, was ich im Moment alles erlebe. Deshalb hoffe ich, dass das nicht allzu zusammenhangslos wirkt, was ich von mir gebe. Außerdem ist es mitten in der Nacht, da ich wieder mal ein 8 Stundenpaket im Internetcafe gebucht hab, um mir eine teure Übernachtung zu sparen.

Mosh Mosh Pit

23. Juli 2009

Konzertgängern dürfte der englische Begriff mosh pit , also der Ort, wo die Action im Publikum abgeht, nicht unbekannt sein. In Japan hab ich nun die moshi moshi pitto entdeckt, die bei schneller Aussprache zur moshmoshpit mutiert. Sehr praktisch, wenn man während einer Autofahrt so angetan ist von der Musik, dass man erst mal anhalten muss, um abzumoshen. So was gibt es wohl nur in Japan. 😉

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